Das letzte Kabinettstück

ebook Kriminalroman

By Hans-Ulrich Lüdemann

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Luxusstück und Kabinettstück nennt man wertvolle Briefmarken. Wie konnten die Sachsendreier spurlos aus einer Ausstellung verschwinden? Werden sie je wieder auftauchen? Ein Kriminalisten-Team arbeitet fieberhaft an der Aufdeckung dieser Straftat, schließlich sind die Briefmarken ein wichtiges DDR-Exponat einer Philatelie-Ausstellung in Prag. So gesehen, hat der Fall auch eine politische Dimension ... Der Kriminalroman erschien erstmals 1976 im VERLAG DAS NEUE BERLIN in der DIE Reihe (Delikte Indizien Ermittlungen). LESEPROBE: Das Telefon klingelte. Ehe Langneder den Kopf hob, war Böhni am Apparat. Er hatte bereits den Hörer in der Hand, als er fragte: „Sie gestatten doch?" Langneder nickte. Er hielt den Blick gesenkt. Erschrocken riss er den Kopf hoch, als Böhni den Hörer hinwarf und rief: „Sie bleiben hier und rühren sich nicht von der Stelle, Langneder!" Böhni stürmte aus dem Raum. Im Sprint hetzte er über den Flur. In der halboffenen Toilettentür stand Denkel. Er lächelte Böhni triumphierend an. Dann tauchte Heise auf. „Ein richtiges Empfangskomitee sind wir jetzt", sagte er gelassen. „Wer?", fragte Böhni. Heise zuckte die Achseln. „Hör mal!", begann Böhni erregt. Es war nicht Zeit für irgendwelche Späßchen. „Ursel hat nichts gemeldet. Plötzlich fing das Ding an zu zirpen. Alarm. Das ging so schnell, deswegen der Anruf!" „Zum Fahrstuhl!", befahl Böhni. Ihre Schritte hallten über den Flur. „Da!" Denkel wies mit dem Zeigefinger auf die Leuchttafel. Der Lichtpunkt wanderte zur Drei. Gespannt verfolgten die drei Männer den Weg des Fahrstuhls. Heise schmatzte plötzlich laut. Böhni drehte den Kopf und blickte ihn strafend an. Heise zog die Schultern hoch. Er streckte die Zunge heraus. Dort lag ein Stück Apfelgriebsch. „Stak mir die ganze Zeit zwischen den Zähnen." Als der Aufzug ruckend hielt, atmet Denkel hörbar aus. Böhni hielt Denkels Hand fest, als dieser die Tür öffnen wollte. Sie traten zur Seite.
Das letzte Kabinettstück